Kündigungssperrfristen - Übergangsregelung zum 31.08.2004 ausgelaufen


Wurde an vermieteten Wohnräumen nach Überlassung an den Mieter Wohnungseigentum begründet ("Umwandlung") und das Wohnungseigentum anschließend veräußert, kann der Erwerber erst nach Ablauf von 3 Jahren seit der Veräußerung das Mietverhältnis wegen Eigenbedarfs kündigen (Kündigungssperrfrist, § 577 a Abs. 1 BGB).
Diese Sperrfrist kann bis zu 10 Jahren betragen, wenn die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Mietwohnungen zu angemessenen Bedingungen in einer Gemeinde oder einem Teil einer Gemeinde besonders gefährdet ist und die Landesregierung von ihrer Ermächtigung Gebrauch gemacht hat, diese Gebiete sowie die Frist durch Rechtsverordnung für die Dauer von jeweils höchstens 10 Jahren zu bestimmen (§ 577 a Abs. 2 BGB).
Gem. der Übergangsregelung zum Mietrechtsreformgesetz (Art. 229, § 3 Abs. 6 EGBGB) stand den Bundesländern nach Inkrafttreten der Mietrechtsreform ab 01.09.2001 eine Übergangsfrist von 3 Jahren, d. h. bis zum 31.08.2004 zur Verfügung, um für Gebiete mit gefährdeter Wohnungsversorgung auf der Grundlage des neuen Rechts neue Rechtsverordnungen zu erlassen.
Von dieser Ermächtigung haben bisher (Stand: 22.09.2004, siehe WuM 2004, 455, 521) folgende Bundesländer Gebrauch gemacht:



Bundesland
Geltungsdauer
Einbezogene Städte und Regionen
Dauer der Sperrfrist
Baden-Württemberg 01. Januar 2002 bis 31. Dezember 2006 (VO v. 11.12.2001 - GBl. 2001, 685) Freiburg, Heidelberg, Konstanz, Mannheim, Tübingen 10 Jahre
Bayern 01. Oktober 2001 bis 30. September 2011 (Wohnungsgebieteverordnung v. 24.07.2001 - GBl. 2001, 368) 104 Gemeinden 10 Jahre
Berlin 01. September 2004 bis 31. August 2011 (VO v. 20.07.2004 - GVBl. 2004, 294) In den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg, Pankow 7 Jahre
Hamburg 01. Februar 2004 bis 31. Januar 2014 (VO v. 27.01.2004 - GBl. 2004, 30)
10 Jahre
Hessen 01. September 2004 bis 31. Dezember 2009 (VO. V. 21.07.2004) Darmstadt, Frankfurt/Main, Wiesbaden, Bensheim, Kelsterbach, Rüsselsheim, Bad Homburg v. d. Höhe, Kronberg i. T., Oberursel/T., Schwalbach a. T., Kelkheim, Maintal 10 Jahre
Nordrhein-Westfalen 01. September 2004 bis 31. August 2014 (VO v. 20.04.2004 - GVl. 2004, 238) 57 Gemeinden
48 Gemeinden
8 Jahre
6 Jahre


Die Bundesländer Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben bisher keine Verordnungen erlassen. In diesen Bundesländern gilt daher lediglich die allgemeine Sperrfrist von 3 Jahren (§ 577 a Abs. 1 BGB).