Rechtsprechung
Aktuelle Rechtsprechung und Entscheidungen aus dem Immobilienrecht.
Eigenbedarf – Keine Anbietpflicht bei veränderter Nutzung
Kündigt der Vermieter ein Mietverhältnis wegen Eigenbedarf, muss er dem gekündigten Mieter eine im selben Anwesen nach Zugang der Kündigung frei gewordene Wohnung anbieten, wenn keine Umstände vorliegen, die eine Neubegründung eines Mietverhältnisses mit dem gekündigten Mieter als unzumutbar erschei...
Energieausweis – Mieter muss Daten zur Verfügung stellen
Die Energieeinsparverordnung unterscheidet zwischen dem Verbrauchsausweis und dem Bedarfsausweis. Bei dem - relativ aufwendigen und entsprechend teueren - Bedarfsausweis wird der Energiebedarf des Gebäudes errechnet. Dazu muss der energetische Zustand des Gebäudes festgestellt werden, insbesonder...
Eigenbedarf – keine Bedarfsvorschau bei Verlängerung des Mietvertrages
Eine Kündigung des Vermieters wegen Eigenbedarfs kann nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts gegen den Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) verstoßen, wenn sie aus Gründen erfolgt, die schon bei Abschluss des Mietvertrages vorgelegen haben. Der Vermieter setzt sich nämlich zu se...
Dingliches Wohnrecht – Recht oder Pflicht zur Vermietung bei Verhinderung des Wohnberechtigten?
Soll dem Benutzer einer Wohnung eine stärkere Rechtstellung verschafft werden als es beim Abschluss eines Mietvertrages der Fall ist, kommt die Vereinbarung eines (dinglichen) Wohnrechts in Betracht. Meist werden Wohnrechte begründet, wenn ein Grundstück bzw. eine Wohnung z. B. an die Kinder im Rahm...
Aufzug – Auch Kameraattrappe ist unzulässig
Die Installierung einer Videoüberwachung im Aufzug eines Mehrfamilienhauses ist grundsätzlich unzulässig. Sie verletzt das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Mieter des Anwesens nicht nur durch die Beobachtung mit der Kamera, sondern auch durch die Möglichkeit der Speicherung und der Verwendung der...
Einbauküche – Wegnahmerecht des Mieters?
Die Frage, ob eine durch einen Mieter eingebrachte Einbauküche als Zubehör anzusehen und damit bei Auszug in dem Mietobjekt zu belassen ist, richtet sich nach einem neuen Urteil des BGH nach den regional unterschiedlichen Gegebenheiten sowie nach der Zweckbestimmung durch den Mieter. Für diese Zweck...
Holzteile – Vermieter darf Farbwahl beschränken
Der Vermieter hat ein berechtigtes Interesse, die vermietete Wohnung am Ende des Mietverhältnisses mit Farbanstrichen zurückzuerhalten, die von möglichst vielen Mietinteressenten akzeptiert werden (so bereits BGH, NJW 2008, 2499). Daher ist eine Vertragsklausel wirksam, die den Mieter verpflichte...
„Dusseliger Vermieter mit Spatzenhirn“ darf fristlos kündigen
Der Vermieter kann das Mietverhältnis aus wichtigem Grund fristlos kündigen, wenn ihm unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles die Fortsetzung des Mietverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist (bei unbefristeten Mietverhältnissen) oder bis zur sonstigen Beendigung des Mietverhältn...
Betriebskostenabrechnung – Änderung von Verteilerschlüssel und Abrechnungsart
Der vertraglich vereinbarte Verteilerschlüssel (z.B. Verteilung der Betriebskosten nach dem Verhältnis der Wohnflächen) kann von den Parteien grundsätzlich nur einvernehmlich geändert werden. Eine Ausnahme besteht, wenn der Vermieter bestimmte Betriebskosten künftig nach dem erfassten unterschiedlic...
Garagenmiete – Mieter muss vorher nachmessen
Bei Anmietung eines Stellplatzes muss sich der Mieter unabhängig davon, ob er den Stellplatz separat oder zusammen mit einer Wohnung anmietet, selbst davon überzeugen, ob er auf diesem Stellplatz sein überdurchschnittlich großes Auto überhaupt abstellen kann. Er kann nach einem neuen Urteil des AG M...
Betriebskostenabrechnung – Unverständlicher Verteilerschlüssel ist formeller Fehler
Teilt der Vermieter dem Mieter nicht bis spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraumes die Abrechnung über die geleisteten Betriebskostenvorauszahlungen mit, kann er grundsätzlich keine Nachforderungen aus der Abrechnung geltend machen, wenn z.B. die Vorauszahlungen nicht kostendeckend wa...
Hausmeister – Pauschaler Abzug für Instandhaltung und Verwaltung genügt nicht
Zu den Hausmeisterkosten gehören die Vergütung, Sozialbeiträge und alle geldwerten Leistungen (z.B. verbilligte Mietwohnung), die der Eigentümer bzw. der Erbbauberechtigte dem Hausmeister für seine Arbeit gewährt, soweit die Kosten nicht die Instandhaltung, Instandsetzung, Erneuerung, Schönheitsrepa...
Betriebskostenabrechnung – Vorauszahlungsbeträge sind keine „Nachforderungen“
Waren die Vorauszahlungen des Mieters auf die Betriebskosten nicht kostendeckend, kann der Vermieter eine Nachforderung im Rahmen der Betriebskostenabrechnung geltend machen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Vermieter über die Betriebskosten innerhalb der gesetzlichen Abrechnungsfrist (12 Monate n...
Betriebskostenabrechnung – Vereinbarte Wohnfläche gilt
Mit Ausnahme der Kosten für Heizung und Warmwasser, die nach den Bestimmungen der Heizkostenverordnung zu verteilen sind, können die Parteien den Umlageschlüssel für Betriebskosten frei vereinbaren, z. B. Abrechnung nach dem Anteil der Wohnflächen, der Miteigentumsanteile oder nach Kopfzahlen. Fe...
Dingliches Wohnrecht – Keine Ausgleichsansprüche bei Ausübungshindernis
Ein in der Person des Berechtigten eines dinglichen Wohnrechts liegendes Ausübungshindernis führt grundsätzlich nicht generell zum Erlöschen des Wohnungsrechts, selbst wenn das Hindernis auf Dauer besteht. Daher ist das Wohnungsrecht des Berechtigten auch nicht im Fall einer Heimunterbringung erlosc...
Betriebskostenabrechnung – Mieter muss Einwendungsfrist beachten
Bei der Betriebskostenabrechnung muss nicht nur der Vermieter, sondern auch der Mieter Fristen beachten. Will der Mieter gegen die Abrechnung des Vermieters Einwendungen geltend machen, muss er diese dem Vermieter spätestens bis zum Ablauf des 12. Monats nach Zugang einer formell ordnungsgemäßen Abr...
Betriebskostenabrechnung – Auch Mieter müssen Fristen beachten
Bei der Abrechnung der Betriebskosten muss nicht nur der Vermieter die gesetzlichen Abrechnungsfristen (spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraumes, § 556 Abs. 3 S. 2 BGB) beachten. Auch der Mieter muss eventuelle Einwendungen gegen die Abrechnung spätestens bis zum Ablauf des 12. Monat...
Allgemeine Geschäftsbedingungen – Klausel im Wohnungsmietvertrag kann auch bei Vermietung von Geschäftsräumen unwirksam sein
Werden Allgemeine Geschäftsbedingungen (z. B. Klauseln eines Formularmietvertrages) gegenüber einem Kaufmann verwendet und gehört der Vertrag zum Betrieb seines Handelsgewerbes, finden die strengen Klauselverbote der §§ 308 und 309 BGB (z. B. Vereinbarung einer Vertragsstrafe, § 309 Nr. 6 BGB) keine...
Betriebskostenabrechnung – Ausweisung des Vorwegabzugs auch bei sogenannten gemischten Kosten
Bei Abrechnung der Betriebskosten ist der Vermieter zur Vornahme eines sogenannten Vorwegabzugs nur dann verpflichtet, wenn in den gewerblichen Räumen eines gemischt genutzten Gebäudes (z.B. Wohn- und Geschäftshaus) wesentlich höhere Betriebskosten als in den Wohnräumen anfallen. In diesem Fall muss...
Altmietverträge – Beschränkung der Kündigung auf Ende bestimmter Kalendermonate ist zulässig
Vertragliche Verlängerungsklauseln, wonach sich das Mietverhältnis z. B. jeweils um 1 Jahr verlängert, wenn es nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gekündigt wird, sind in Mietverträgen, die vor Inkrafttreten der Mietrechtsreform am 1.9.2001 geschlossen worden sind, weiterhin wirksam. Daher kann ...