Rechtsprechung
Aktuelle Rechtsprechung und Entscheidungen aus dem Immobilienrecht.
Eigenbedarf – Gründung von Hausstand ist Kündigungsgrund
Bei einer Kündigung wegen Eigenbedarfs stellt die Rechtsprechung hohe Anforderungen an den Inhalt des Kündigungsschreibens. Die Wiedergabe des Gesetzestextes genügt nicht. Dementsprechend ist auch die bloße Angabe "Eigenbedarf" oder "Die Wohnung wird für ..(Tochter/Sohn) benötigt" nicht ausreichen...
Betriebskosten – Auch Fixkosten dürfen nach Verbrauch abgerechnet werden
Wasser- und Abwasserkosten darf der Vermieter bei der Abrechnung der Betriebskosten grundsätzlich nach dem Verhältnis der Wohnflächen auf die Mieter des Anwesens verteilen. Dies gilt nach ständiger Rechtsprechung auch dann, wenn dies wegen einer unterschiedlichen Belegung der Wohnungen zu einer Mehr...
Fristlose Kündigung – Gewerblicher Großvermieter muss Anwaltskosten selbst tragen
Veranlasst der Mieter die fristlose Kündigung des Vermieters, z. B. wegen Verzuges mit den Mietzahlungen, muss er dem Vermieter auch sämtliche Folgeschäden ersetzen. Dazu gehören grundsätzlich auch die Anwaltskosten als Kosten der Rechtsverfolgung, z. B. für die Abfassung des Kündigungsschreibens (s...
Fristlose Kündigung bei Nichtbefolgen eines rechtskräftigen Urteils
Der Vermieter kann ein Mietverhältnis aus wichtigem Grund außerordentlich und fristlos kündigen (§ 543 Abs. 1 BGB). Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn dem Vermieter unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere eines Verschuldens des Mieters und unter Abwägung der beiderseiti...
Betriebskostenabrechnung – Zusammenfassung von Betriebskosten vermeiden
In der jährlichen Betriebskostenabrechnung sollte der Vermieter sämtliche Betriebskostenpositionen entsprechend der Betriebskostenverordnung separat beziffern und auflisten. Eine Zusammenfassung mehrerer Betriebskostenarten in einer Summe bedarf nach der Rechtsprechung des BGH eines sachlichen Grund...
Betriebskosten – Keine verbrauchsabhängige Abrechnung bei nur teilweiser Erfassung
Betriebskosten (z. B. für Wasser) die erfasst werden (z. B. durch Wasserzähler), müssen auch entsprechend den abgelesenen Zählerständen abgerechnet werden. Eine Abrechnung z. B. nach dem Verhältnis der Wohnflächen ist dann nicht zulässig. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Einbau der Zähler gesetzl...
Betriebskosten – Auch Sperrmüllkosten sind umlagefähig
Zu den auf die Mieter des Anwesens umlagefähigen Kosten der Müllbeseitigung gehören namentlich die für die Müllabfuhr zu entrichtenden Gebühren, die Kosten entsprechender nicht öffentlicher Maßnahmen, die Kosten des Betriebs von Müllkompressoren, Müllschluckern, Müllabsauganlagen sowie des Betriebs ...
Betriebskostenabrechnung – Umlageschlüssel muss nicht näher erläutert werden
Mit Ausnahme der Kosten für Heizung und Warmwasser, die zwingend nach den Bestimmungen der Heizkostenverordnung verteilt werden müssen, können die Parteien den Umlageschlüssel für die Betriebskosten frei vereinbaren, z. B. Abrechnung nach dem Verhältnis der Wohnflächen oder nach Personenzahlen. ...
Eigenbedarf – Mindestnutzungsdauer 3 Jahre
Ein berechtigtes Interesse des Vermieters an der Beendigung eines Wohnraummietverhältnisses kann nach der Rechtsprechung auch dann gegeben sein, wenn der Vermieter die Räume nur für begrenzte Zeit nutzen will, z. B. in der Zeit zwischen dem Abbruch des von ihm bewohnten Anwesen und der Fertigstellun...
Auszug aus Ehewohnung – Partner muss bei Vertragsänderung mitwirken
Wurde ein Mietvertrag mit beiden Eheleuten abgeschlossen, ist ein Ausscheiden des aus der Wohnung ausgezogenen Ehepartners aus dem (fortbestehenden) Mietvertrag nur einvernehmlich, d. h. mit Zustimmung des Anderen und des Vermieters möglich (so bereits BayObLG, Beschluss v. 21.2.1983, DWW 1983, 71)....
Fristlose Kündigung – Aufrechnung muss unverzüglich erfolgen
Nach Zugang einer Kündigung des Vermieters wegen Zahlungsverzuges kann der Mieter diese unwirksam machen, wenn er sich von seiner Schuld durch Aufrechnung mit Gegenforderungen befreien kann und diese unverzüglich, d. h. ohne schuldhaftes Zögern nach der Kündigung erklärt (§ 543 Abs. 2 S. 3 BGB). Vor...
Betriebskostenabrechnung – Auch Erläuterungen außerhalb der Abrechnung sind relevant
Eine Betriebskostenabrechnung muss bei Gebäuden mit mehreren Einheiten grundsätzlich folgende Mindestangaben enthalten: Eine geordnete Zusammenstellung der Gesamtkosten, die Angabe und Erläuterung des Verteilerschlüssels, die Berechnung des Anteils des Mieters sowie den Abzug der Vorauszahlungen des...
Betriebskostenabrechnung – Unterbliebener Vorwegabzug ist kein formeller Fehler
Entstehen durch die gewerbliche Nutzung von Räumen in einem Wohnanwesen erheblich höhere Betriebskosten als es bei einer ausschließlichen Wohnnutzung der Fall wäre, dürfen die Betriebskosten auf die Wohnungsmieter erst dann nach dem Verhältnis der Wohnflächen (Flächenmaßstab) verteilt werden, nachde...
Betriebskostenabrechnung – Rechte des Mieters bei Verzug des Vermieters
Bei nicht fristgerechter Abrechnung des Vermieters über die Betriebskosten-vorauszahlungen des Mieters kann der Mieter die Zahlung weiterer Vorschüsse auf die Betriebskosten so lange verweigern, bis ihm Abrechnung erteilt ist (Zurückbehaltungsrecht, § 273 BGB). Bei der Frage, ob der Mieter in die...
Fensterflügel erschlägt Mieter – Vermieter kann Haftung ausschließen
Weitgehend unbekannt ist, dass Vermieter unabhängig von einem Verschulden für Mängel der vermieteten Sache (Wohnung oder Geschäftsräume) haften, die bereits bei Vertragsabschluss vorgelegen haben (sog. Garantiehaftung, § 536 a Abs. 1, 1. Alt BGB). Führt z. B. - wie es in einer vom BGH vor kurzem ...
Betriebskosten – Bildung von Abrechnungseinheiten auch ohne Vereinbarung
Bei der Abrechnung über die Vorauszahlungen des Mieters auf die Betriebskosten kann der Vermieter grundsätzlich mehrere Gebäude zu einer Wirtschafts- und Abrechnungseinheit zusammenfassen, soweit im Mietvertrag nichts anderes bestimmt ist. Dabei können auch mehrere Wohngebäude, die von Beginn des Mi...
Betriebskostenabrechnung – Aufteilung in Abrechnungsabschnitte ist zulässig
Zahlt der Mieter neben der Miete eine monatliche Vorauszahlung auf die Betriebskosten, muss der Vermieter über diese Vorauszahlungen jährlich abrechnen (§ 556 Abs. 3 BGB). Darunter ist nicht notwendig das Kalenderjahr oder das Jahr gerechnet vom Beginn des Mietverhältnisses, sondern ein einmal festg...
Betriebskostenabrechnung – Eingeschränkte Erläuterungspflicht des Vermieters
Werden dem Vermieter Betriebskosten für eine bestimmte Wohnung von einem Dritten in Rechnung gestellt, genügt es, wenn der Vermieter diese Rechnung an den Mieter weiterleitet. Wird z. B. der Wasserverbrauch in einer Wohnung durch Ablesung der dort installierten Zähler ermittelt, ist eine Betriebskos...
Betriebskostenabrechnung – Erhöhung der Vorauszahlungen auch bei verspäteter Abrechnung
Jede Partei kann durch einseitige Erklärung eine Anpassung der vereinbarten Betriebskostenvorauszahlungen auf eine angemessene Höhe vornehmen, wenn sich aus der Betriebskostenabrechnung über die vorausgegangene Periode ergibt, dass die geleistete Vorauszahlung infolge stark gestiegener oder gesunken...
Fristlose Kündigung – Angabe des Gesamtrückstandes ist ausreichend
Der Vermieter kann ein Mietverhältnis außerordentlich und fristlos, d. h. ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen, wenn der Mieter mit der Zahlung von zwei Monatsmieten in Verzug ist (§ 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB). Im Kündigungsschreiben muss der Vermieter den zur Kündigung führenden wichtigen Gru...