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Rechtsprechung

Aktuelle Rechtsprechung und Entscheidungen aus dem Immobilienrecht.

Kündigung – Einwand fehlender Unterschrift kann treuwidrig sein

Mietrecht

Bei Personenmehrheiten z.B. Ehegatten auf Mieter- oder Vermieterseite müssen Willenserklärungen (z.B. Kündigung, Mieterhöhung) grundsätzlich von allen an alle gerichtet werden; d.h. die Erklärung muss sowohl als Adressat als auch als Absender sämtliche Vertragspartner enthalten und von allen Absende...

LG Berlin 67 S 33/16 04.07.2016

Nachbarrecht – Grundbucheinsicht bei drohendem Konflikt

Mietrecht

Die Einsichtnahme in das Grundbuch z.B. zur Ermittlung des Grundstückseigentümers setzt ein berechtigtes Interesse an der Einsichtnahme voraus (§ 12 Abs.1 GBO). Bloße Neugierde, wem das Grundstück gehört, ist somit nicht ausreichend. Seit 01.10.2014 müssen Grundbuchämter über Einsichten in Grundbüc...

OLG München 34 Wx 168/16 08.06.2016

Betriebskosten – Pauschale bei unklarer Vereinbarung

Mietrecht

Der Mieter ist zur Zahlung von Betriebskosten bzw. zur Leistung einer Vorauszahlung auf die Betriebskosten neben der Miete nur dann verpflichtet, wenn und soweit dies vertraglich ausdrücklich vereinbart wurde (§ 556 Abs. 1 BGB). Zur Übertragung der Betriebskosten auf den Mieter genügt in de...

BGH VIII ZR 274/15 07.06.2016

Betriebskostenabrechnung – Mieter muss unzulässige Positionen fristgemäß rügen

Mietrecht

Bei der Abrechnung der Betriebskosten gelten sowohl für den Vermieter als auch für den Mieter sog. Ausschlussfristen: Der Vermieter muss dem Mieter spätestens 12 Monate nach Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraums eine Abrechnung über die von ihm geleisteten Vorauszahlungen zukommen las...

BGH VIII ZR 209/15 11.05.2016

Eigenbedarf – Überlassung an räumungswilligen Angehörigen kann Täuschung sein

Mietrecht

Ein vorgetäuschter bzw. vorgeschobener Eigenbedarf liegt vor, wenn der Vermieter die Kündigung eines Wohnungsmietverhältnisses mit Eigenbedarf begründet, obwohl ihm bekannt ist, dass ein Eigenbedarf nicht vorliegt. In diesem Fall ist der Vermieter dem Mieter – wie auch sonst bei einer sch...

BGH VIII ZR 214/15 10.05.2016

Kündigung – Berechtigt eine Strafanzeige des Mieters den Vermieter zur Kündigung des Mietverhältnisses?

Mietrecht

Zu der Frage, ob die Fortsetzung des Mietverhältnisses für den Vermieter unzumutbar ist (§ 543 Abs. 1 BGB), wenn er von seinem Mieter einer Straftat bezichtigt und angezeigt wird, hat sich eine umfangreiche Rechtsprechung entwickelt. Danach kann eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung ger...

AG Hamburg 42 C 61/15 14.04.2016

Taubenfüttern kann Kündigungsgrund sein

Mietrecht

Mieter, die sich hartnäckig weigern, ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen oder einem berechtigten Verlangen des Vermieters nach einem bestimmten Tun oder Unterlassen nicht nachkommen, müssen mit einer Kündigung des Mietverhältnisses rechnen. Dies kann nach einem Urteil des AG Nürnberg auch...

AG Nürnberg 14 C 7772/15 08.04.2016

Ordentliche Kündigung – Für mehrjährigen Kündigungsverzicht ist Schriftform erforderlich

Mietrecht

Mieter, Vermieter oder auch beide Parteien können für einen bestimmten Zeitraum auf ihr ordentliches Kündigungsrecht (z.B. wegen Eigenbedarfs) verzichten. Ein individuell vereinbarter Kündigungsverzicht ist uneingeschränkt wirksam d.h. er kann auch einseitig und ohne zeitliche Beschränkung vereinbar...

OLG München 23 U 3162/15 07.04.2016

Rückzahlung der Kaution – Wie lange hat der Vermieter Zeit?

Mietrecht

Der Anspruch des Mieters auf Rückzahlung der von ihm geleisteten Kaution ist erst angemessene Zeit nach der Räumung fällig, wenn dem Vermieter das Vorliegen und der Umfang seiner Gegenforderungen (z.B. Betriebskostennachforderung, Schadensersatzansprüche) klar sind. Wieviel Zeit dem Vermieter zuzubi...

AG München 432 C 1707/16 07.04.2016

Kauf bricht nicht Miete – Mieter muss Sachherrschaft haben

Mietrecht

Bei einem Eigentümerwechsel, z.B. durch Verkauf oder Vererbung des Grundstücks tritt der neue Eigentümer mit allen Rechten und Pflichten in ein bestehendes Mietverhältnis ein. Dieser als „Kauf bricht nicht Miete“ bekannte Grundsatz bewirkt, dass der neue Eigentümer das bestehende ...

BGH VIII ZR 31/15 05.04.2016

Betriebskosten – Keine Vertragsänderung durch Schweigen

Mietrecht

Bloßes Untätigbleiben beider Vertragsparteien kann nach der Rechtsprechung des BGH grundsätzlich nicht zu einer Änderung des Mietvertrages führen (so bereits BGH, Urteil v. 13.2.2008, VIII ZR 14/06, WuM 2008 S. 225). Rechnet z.B. der Vermieter entgegen den vertraglichen Vereinbarungen üb...

BGH VIII ZR 326/14 16.03.2016

Gebrauchsüberlassung – Überlassung der Wohnung an erwachsene Kinder kann vertragswidrig sein

Mietrecht

Ein wichtiger Grund, der den Vermieter zur außerordentlichen fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses berechtigt, liegt vor, wenn der Mieter die Rechte des Vermieters dadurch in erheblichem Maße verletzt, dass er die Mietsache unbefugt einem Dritten überlässt (§543 Abs. 2 Nr. 2 BGB). Eine solche ...

AG München 424 C 10003/15 02.03.2016

Dachbegrünung – Kosten können umlagefähig sein

Mietrecht

Die Kosten der Gartenpflege können durch vertragliche Vereinbarung als Betriebskosten auf die Mieter des Anwesens umgelegt werden (§ 2 Nr.10 Betriebskostenverordnung). Dazu gehören die Kosten der Pflege gärtnerisch angelegter Flächen einschließlich der Erneuerung von Pflanzen und Gehölzen, der Pfleg...

AG Köln 206 C 232/15 01.03.2016

Schönheitsreparaturen – Mieter muss Kosten für Nikotinsperre zahlen

Mietrecht

Rauchen in der Mietwohnung in „normalem Umfang“ wird von der Rechtsprechung grundsätzlich nicht als vertragswidrig angesehen. Daher hat der Mieter die dadurch entstandenen Vergilbungen und Nikotinablagerungen nicht verschuldet und ist dementsprechend zur Beseitigung der Ablagerungen und zur Renovier...

LG Hannover 12 S 9/13 29.02.2016

Immobilienanzeige – Auch Makler haftet für Pflichtangaben

Mietrecht

Wird vor dem Verkauf bzw. der Vermietung eine Immobilienanzeige in kommerziellen Medien (z.B. Zeitungen, Zeitschriften, Internet) aufgegeben, muss seit Inkrafttreten der EnEV 2014 (1.5.2014) der Verkäufer bzw. Vermieter sicher stellen, dass die Immobilienanzeige folgende Pflichtangabe...

LG Traunstein 1 HKO 3385/15 12.02.2016

Gartenpflegekosten – Keine Umlage bei öffentlicher Nutzung

Mietrecht

Zu den Kosten der Gartenpflege, die der Vermieter als Betriebskosten auf die Mieter des Anwesens umlegen darf, gehören die Kosten der Pflege gärtnerisch angelegter Flächen einschließlich der Erneuerung von Pflanzen und Gehölzen, der Pflege von Spielplätzen einschließlich der Sanderneu...

BGH VIII ZR 33/15 10.02.2016

Baulärm – Gleichbehandlung von Eigentümern und Mietern

Mietrecht

Müssen Anwohner Lärmbelästigungen ohne eigene Abwehr- oder Entschädigungsmöglichkeiten – etwa mit Rücksicht auf das bei Kinderlärm bestehende Toleranzgebot – als unwesentlich oder ortsüblich hinnehmen, gilt dies nach der Rechtsprechung des BGH nicht nur für Eigentümer, sondern auch für M...

LG Berlin 63 S 177/15 09.02.2016

Kündigung – Berechtigt Stromdiebstahl zur fristlosen Kündigung?

Mietrecht

Der Vermieter kann das Mietverhältnis aus wichtigem Grund außerordentlich und fristlos kündigen (§ 543 Abs.1 BGB). Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn dem Vermieter unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles insbes. des Verschuldens des Mieters und unter Abwägung der beiderseitigen Inter...

AG Köln 222 C 359/15 27.01.2016

Ehescheidung – Anspruch auf Vertragsänderung schon bei Trennung

Mietrecht

Die Frage, wer nach einer Ehescheidung zur Weiternutzung der gemieteten Ehewohnung berechtigt ist, regelt seit 1.9.2009 der neue § 1568 a BGB. Die früheren Bestimmungen der Hausratsverordnung wurden ersatzlos aufgehoben. Sind beide Ehegatten Vertragspartner des Mietvertrages und besteht E...

OLG Hamm 12 UF 170/15 21.01.2016

Heizkostenverordnung – Abrechnungsgrundsätze gelten auch bei fehlerhafter Verbrauchsermittlung

Mietrecht

Nach den Bestimmungen der Heizkostenverordnung müssen die Kosten der Heizung und des Warmwassers grundsätzlich zu 50% bis 70% nach dem durch entsprechende Geräte erfassten Verbrauch abgerechnet werden. Nach der Wohnfläche dürfen lediglich die restlichen 30% bis 50% abgerechnet werden ...

BGH VIII ZR 329/14 20.01.2016
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